Unser Eingewöhnungskonzept basiert auf dem „Berliner Eingewöhnungsmodell“.

Die Grundlage des Modells ist die Beobachtung der Bindung des Kindes an seine Mutter und deren unterschiedliche Qualitäten.

Es bietet konzeptionellen Rahmen für die aufregende und schwierige Zeit.

Unsere Aufgabe ist daran zu achten, dass jedes Kind das Tempo seine Eingewöhnung selbst bestimmt.

Der Eingewöhnungsprozess von Kindern und auch Eltern verläuft individuell. Es gibt Kinder, die schon nach einer kurzen Phase der Eingewöhnung mit offenen Armen uns entgegenlaufen. Oder Kinder, die gar nicht weinen, was kein Beweis auf gelungene Eingewöhnung sein muss.

 

Wichtige Anmerkungen:

  • Dem Kind und Eltern muss ausreichend Zeit gegeben werden. Kinder gewinnen die Sicherheit vor allem durch Wiederholung und Rituale - zu Hause wie in der Tagespflege. Eine feste Bezugsperson, die die Eingewöhnung übernimmt, ist sehr wichtig!
  • Trennung kann man nicht üben. Den geeigneten Trennungszeitpunkt legen wir gemeinsam mit den Eltern fest. Wichtig ist, dass Eltern die Entscheidung für die Trennung mittragen, denn die Kinder in diesem Alter spüren besonders die Unsicherheit der Eltern und reagieren verstört auf „Doppelbotschaften“, die vermeintlich beruhigen, aber das Gegenteil bewirken (Mama vergiss dich doch nicht! Ich komme und hole dich ab!).
  • Das Verhalten des Kindes in der Trennungssituation, darf nicht als Ausdruck für die Beziehung, zu seinen Eltern missverstanden werde.
  • Der Verlauf der Eingewöhnungsphase hängt davon ab, wie sehr es gelingt, zur „inneren Welt“ der Eltern Zugang zu finden.
  • Um den Eingewöhnungsprozess professionell zu reflektieren, bedarf es einer kritischen Auseinandersetzung mit eigenen Emotionen.

 

„Die Absicht des Erwachsenen zu Helfen oder zu Fördern verhindert geradezu, dass das Kind die Initiative ergreifen kann bzw. erlaubt ihm nicht, das Angefangene selbstständig zu Ende zu führen. „Ich helfe nur ein ganz klein wenig nach“, mit dieser Einstellung kommt man dem Kind zur Hilfe und reicht ihm die Hand, damit das Aufstehen leichter gelingt. Diese Hilfe aber raubt dem Kind die Freude am selbstständigen Gelingen, raubt ihm das Gefühl seiner Wirksamkeit „

 

Emmi Pikler