"Laßt mir Zeit"

– war der Leitsatz von   Emmi Pikler (1902-1984).

 

In mancher Hinsicht scheint es nicht mehr zeitgemäß zu sein.

Geht es nicht darum schneller zu werden? Entwicklungen zu beschleunigen?

Ständig gibt es etwas Neues zu erfahren, zu lernen, zu üben - aber nie ist Zeit, sich in die Dinge zu vertiefen, um aus oberflächlichem Interesse vielleicht eine Passion werden zu lassen.

 

"Die Entwicklung eines Kleinkindes ist ein komplexer Prozess, und Ehrgeiz und Eile sind nicht die rechten Methoden, damit das Kind seine Bedürfnisse entfalten und die Eltern aufmerksam und respektvoll auf die Signale ihrer Kinder reagieren können." Emmi Pikler

 

Der Prozess, mit dem sich ein Kind entwickelt, wird trotz aller Bildungsprogramme und Studien immer ein Vorgang bleiben, den wir nie ganz verstehen werden. Jedes Kind hat seine eigene Persönlichkeit, seine eigene Geschichte, seine eigene Zeit. Diesem individuellen Wachstumstempo und Weg sollten wir mit Respekt und Vertrauen folgen.

 

Emmi Pikler steht für eine Veränderung des Bewusstseins in der Kleinkindpädagogik - für ein aufmerksames Miteinander von Geburt des Kindes an.

 


„Die Absicht des Erwachsenen zu Helfen oder zu Fördern verhindert geradezu, dass das Kind die Initiative ergreifen kann bzw. erlaubt ihm nicht, das Angefangene selbstständig zu Ende zu führen. „Ich helfe nur ein ganz klein wenig nach“, mit dieser Einstellung kommt man dem Kind zur Hilfe und reicht ihm die Hand, damit das Aufstehen leichter gelingt. Diese Hilfe aber raubt dem Kind die Freude am selbstständigen Gelingen, raubt ihm das Gefühl seiner Wirksamkeit „

 

Emmi Pikler