Seit 15 Jahren arbeite ich mit einer kleinen Gruppe von fünf gleichzeitig anwesenden Kindern. Eine „gute Basis“ der Betreuung war schon immer die sichere Beziehung, die die Kinder zu mir aufbauen konnten. Diese kleine Gruppe von Kindern ermöglichte mir, dass ich jedes von ihnen gut beobachten konnte. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich einige der Kinder, bei gleichen Bedingungen, leicht ablenken lassen, desinteressiert und ungeduldig sind und immer wieder neue Impulse von außen benötigen. Dagegen sind andere Kinder ausdauernd beschäftigt, vertiefen sich in das eigene Tun, sind neugierig, wissbegierig und finden jederzeit eine Beschäftigung. Dabei interessierte mich, welche Faktoren Einfluss auf das Spielverhalten und die Selbstregulation der Kinder haben und aus welchem Antrieb sie ihr Verhalten entwickeln.  

Ich stellte fest, wie wichtig in dieser Hinsicht meine Rolle als Fachkraft ist. Meine Aufgabe ist im pädagogischen Alltag so zu agieren, dass die Kinder über sich hinauswachsen können. 

Wesentlich ist es, welche Haltung ich gegenüber den Kindern annehme. Ich habe mich entschieden sie in die alltäglichen Prozesse einbeziehen. Das führte dazu, dass sie selbstkompetenter wurden. Diese Selbstkompetenz trägt in der Regel zu Entwicklung der eigenen Motivation bei und fördert Selbstbewusstsein. 

 

„Wir brauchen Gemeinschaften, deren Mitglieder einander einladen, ermutigen und inspirieren, über sich hinauszuwachsen“.[1] 

Dieses Zitat von Dr. Gerald Hüther habe ich schon sehr oft in vielen seiner Vorträge und Gesprächsrunden gehört. Dr. Hüther sagt, dass es unheimlich wichtig ist, sich gemeinsam auf ein Abenteuer zu begeben und sich auf die Welt der Kinder einzulassen. Dabei betont er, dass die Zeit keine Rolle spielen soll, da jedes Kind nur in eigenem Tempo voranschreiten kann und dieses bedarf lediglich einer feinfühligen Begleitung. Mit den Wörtern: „einander einladen, ermutigen und inspirieren“, zeigt er, dass die Begegnung in einer wertschätzenden Atmosphäre und mit gegenseitigem Einverständnis erfolgen soll. Das Zitat beinhaltet eine partizipative Haltung und den Wunsch, Kinder in ihrer Entwicklung intensiv zu begleiten. 

[1]https://akademiefuerpotentialentfaltung.org/. 4.4.2022. 16.54 Uhr

 

Mein Leitsatz ist:

 

"Laßt mir Zeit" 

Emmi Pikler (1902-1984).

 

Emmi Pikler steht für eine Veränderung des Bewusstseins in der Kleinkindpädagogik - für ein aufmerksames Miteinander von Geburt des Kindes an.

 

Zeit,

sich in die Dinge zu vertiefen,

um aus oberflächlichem Interesse vielleicht eine Passion werden zu lassen.